B S H - JAHRESBERICHT 2005

BIOLOGISCHE SCHUTZGEMEINSCHAFT HUNTE WESER - EMS e. V.

Gartenweg 5, 26203 Wardenburg, Tel. (04407) 5111, Fax -6760,
Mail: info@ bsh-natur.de, www.bsh-natur.de

Die Tätigkeiten im Berichtsjahr wurden verbandsintern dominiert von Umstrukturierungen und einem arbeitsteiligen, zum Teil engeren Zusammenwirken von naturschutzbedeutsamen Verbänden. Das betrifft den in Wardenburg ansässigen Naturschutzverband Niedersachsen (NVN) als Landesdachverband ebenso wie den Bundesdachverband Naturschutzforum Deutschland (NaFor). Aber auch die regionale Arbeit ist davon betroffen, indem bei der Beantragung von Projekten mit Kollegialverbänden und Hochschulen stärker zusammen gearbeitet wird. Das betrifft insbesondere die beiden großen Fischereiverbände (LFV Weser-Ems und Nds.Westf. Anglervereinigung und Einzelvereine) in Fragen des Schutzes und Erhalts heimischer Gewässer und ihrer Lebensgemeinschaften zwischen Nordseeküste und Wiehengebirge, das betrifft ebenso die Kooperationen mit Bürger- und Heimatvereinen, Imkervereinen und Naturschutzgemeinschaften. Fachliche Abstimmungen erfolgten außerdem mit zahlreichen anderen korporativ angeschlossenen Mitgliedsorganisationen, zum Teil auch über den BSH-Beirat. Die Liste jener Adressen, die der BSH auch aushelfen bei der Bearbeitung von Planverfahren aller Art gem. § 59 (vorher § 29) Bundesnatur-schutzgesetz - von Einschätzungen neubaulicher Maßnahmen bis hin zu Sandentnahmen, Energiegewinnungsanlagen und Ausweisung oder Pflege weiterer Schutzgebiete – ist umfangreich, auch erfreulich, weil es sich um etwa 400 ehrenamtliche Personen handelt. Hinzu kommen Autoren von Merkblättern und die Organisatoren des Veranstaltungsprogramms. Dieses Potential ehrenamtlicher Mitarbeit und die positive Begleitung durch Kommunalverwaltungen, vor allem die Ämter für Naturschutz, sind die entscheidenden Standbeine des Vereins.

Die nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorgeschriebenen Gebietskooperationen wurden landesweit konstituiert, darunter auch die GK Hunte 25 (s. www.wasserblick.net). Der BSH-Vorsitzende vertritt in dieser Runde als `Leuchtturm´ das Wassernetz der niedersächsischen Naturschutz-verbände (also 12 von 14, denn die Fischer stellen als maßgebende Pächter von Gewässern eine eigene Vertretung; s.auch www.wassernetz.org). Indem es nunmehr ein amtliches Gremium unter der Leitung des Nieders. Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN Hannover, Aurich, Brake u.a.) gibt – darin sind auch die von der Landesregierung abgewickelten Naturschutzdezernate (503) und das NLÖ Hildesheim wesentlich eingegliedert worden-, hat sich die ähnlich konzipierte Tätigkeit des Vereins Hunte-Regio wesentlich erübrigt. Die Mitglieder dieses ähnlich den Landespflegeverbänden drittelparitätisch besetzten Vereins, dem auch die BSH als Gründungsinitiator angehört, ließen die Frage des Weiterbestehens von Hunte-Regio noch unbeantwortet.

Das Thema „Schutz und Optimierung von Oberflächenwasser und Grundwasser" wird immer stärker in den Vordergrund treten. Dies auch deshalb, weil die 114 Wasser- und Bodenverbände, die im Niedersächsischen Wasserverbandstag zusammengeschlossen sind, noch nach alter Väter Sitte über die zu entwässernde Landschaft (also die Gesamtfläche Niedersachsens) allein entscheiden möchten. Das brachte der Vorsitzende des Entwässerungs-verbands Stedingen während einer Versammlung in Berne auf den Punkt, indem er feststellte, dass er die `Macht´ in der freien Landschaft behalten möchte und sich vom Landkreis (Wesermarsch) gar nichts sagen lasse. Offenbar ist diesen Wasservertretern noch nicht aufgefallen, dass EU-weit neue Zeiten angebrochen sind, in denen Wasserunterhaltungsverbände einen erheblichen Beitrag zur Sanierung der Gewässer, ihrer Pflanzen- und Tierwelt erbringen müssen.

Die BSH wird sich künftig mit den Haushalten solcher Wasserverbände näher befassen, deren Verbandsarbeit sich überwiegend nur mit dem ordnungs-gemäßen Wasserabfluss beschäftigt, ansonsten es aber an den notwendigen Aktivitäten zugunsten der Gewässerökologie vermissen lässt, obwohl sich wesentliche Anteile der Haushalte aus Zwangsmitgliedsbeiträgen der nichtland-wirtschaftlichen Siedler zusammensetzt (deren Beitrag bald erhöht werden soll). Um hier voran zu kommen, wird sich die BSH gemeinsam mit anderen Verbänden und politischen Gremien verstärkt um die Erarbeitung eines Leitfadens für die ordnungsgemäße Gewässerunterhaltung kümmern. Schon im Berichtsjahr wurden aus dem Mitgliederkreis Stimmen laut, die vorschlugen, die von Seiten der Ohmsteder-Morriemer Wasseracht erklärte Nichtzuständigkeit für die an ihre Gewässer angrenzenden Naturschutzflächen und für ihre damit verbundene öffentliche Mitverantwortung in Brüssel auf ihre Rechtmäßigkeit hin klären zu lassen. Denn hier wird seit Jahrzehnten unter dem Deckmantel des Bundeswasserverbandsgesetzes eine juristische Grauzone gepflegt, in der die ökologischen Pflichten deutlicher definiert werden müssen. Die Grünen-Minister (BMU / BML) der vorigen Bundesregierung haben den Änderungsbedarf trotz der diesbezüglichen Aufforderung von BSH und Kollegialverbänden leider nicht gesehen und alles beim Alten belassen.

Im Jahre 2005 wurden –auch gemeinsam mit anderen Vereinen – 57 öffentliche Veranstaltungen angeboten. Wie immer war der Besuch sehr unterschiedlich, auf Pilzexkursionen oder zum Thema `Winterfütterung´ kamen mehr als 70 Personen, während ein exzellenter Libellenvortrag nur eine geringe Resonanz hatte. Das hängt leider auch damit zusammen, dass die Presse oft nur einen Bericht möchte – und da wird von BSH-Seite der Bericht „danach" bevorzugt. Andererseits wird mit Blick auf das einzusparende Porto nicht mehr wie vormals individuell neben dem Veranstaltungsprogramm nochmals eingeladen. Im Falle der Libellen wird das Thema jedoch 2006 über ein Merkblatt den Mitgliedern vorgestellt.

Es wird auch erwogen, das Programm völlig umzugestalten: regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen könnten auf Fixtage (z.B. Sonntag nach Pfingsten etc.) vereinheitlicht angeboten werden. Die Hauptvorträge und sonstigen Spezial-Themen werden in deutlich geringerer Zahl extra auf nur 1 A4-Blatt ausgedruckt. Die BSH hat finanzielle Engpässe in der Vergangenheit stets durch schrittweise Leistungsreduzierung bewältigt, denkt man an Zeiten, in denen die Merkblätter noch monatlich erschienen. Das betrifft auch die NVN-Mitarbeiterinnen Brigitte Thölking und Linda Appelt in der Wardenburger Verwaltung, die nur noch stundenweise mitarbeiten können.

Der sehr engagierte Mitgliedsverein Naturfreunde Goldenstedt feierte im November sein 25-jähriges Bestehen. Dazu und zu 40 Jahre außerbehördlicher Naturschutzarbeit gratulierte die BSH dem Vorsitzenden Heino Muhle und seinen Mitstreitern.

Die BSH-Jahresmitgliederversammlung fand am 8. Oktober in Diepholz statt. Dort wurde bislang durch Dagmar Trümpler jahrelang gemeinsam mit der sehr aktiven Agenda21-Stiftung ein BSH-Büro betreut, das die Stadt zur Verfügung gestellt hat. Im Diepholzer Moor wurden weitere Flächen der BSH geschenkt. Der Vorstand dankt vielmals und sichert den dauerhaften Schutz zu.

Herausgegeben wurden 2005 in einer Auflage von 26.000 Merkblättern die von bekannten Experten herausgegebenen Öko-Porträts Laufkäfer (38; K.Dornieden), Brombeeren (39; H.E.Weber) sowie Norddeutsche Biotope Kalkhalbtrockenrasen (20; B. Galland, H.Hofmeister) und Wangerooge (21; M.Heckroth) – alles auch farbig auszudrucken im Internet (pdf-Datei) unter www.bsh-natur.de / Veröffentlichungen oder Aktuelles. Hier sei angemerkt, dass die BSH-Verwaltung nach einem Dreifach-Absturz des Servers einer in Karlsruhe ansässigen Firma die Internet-Seiten mit größtem Aufwand hat wiederherstellen können. Die Seiten waren leider 14 Tage nicht aufzurufen.

Veröffentlicht wurde auch Report 24 als `Regionalbiografie für die Hunte´ mit 791 Titeln und zahlreichen lesenswerten Kurzdarstellungen auf 117 Seiten, die von der Diplom-Biologin Heike Knüppel in einjähriger Arbeit zusammengestellt wurden. Der Biologe und Auftragsgutachter Volker Moritz kritisierte anschließend im Jahresbericht der OAO (Nabu Oldb) die Unvollständigkeit der Auswahl, offenbar hatte er das Vorwort nicht gelesen.                      ak