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Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V.

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 Wardenburg, 08.06.2009

                                             

Greifvogel-Vergiftung mit Carbofuran in Steinfeld-Diepholzer Mooren

Straftaten werden verurteilt -  Weihen, Milane, Bussarde und Sperber tot aufgefunden

Diepholz - Vechta.  Im Einzugsbereich des Diepholzer Moores (Stadt Diepholz) und des Steinfelder Moores an der östlichen Kreisgrenze der Gemeinde Steinfeld (Landkreis Vechta) wurden in den letzten Wochen 11 Greifvögel tot aufgefunden.  Sie waren nachweislich der Vergiftung durch Carbofuran mit ausgelegten Ködern zum Opfer gefallen. Darunter befanden sich auch streng geschützte Arten wie Rotmilan, 3 Rohrweihen und Wiesenweihen. Die Straftaten wurden von Personen ausgeführt, die sich in den Mooren gut ausgekannt haben müssen.  

Der Vorstand der BSH verurteilt diesen Frevel auf das Schärfste und unterstützt den Aufruf des Nabu und seiner Kreisgruppe Vechta,  die zur Aufklärung 500 Euro ausgeschrieben hat. Die Schutzgemeinschaft ist darüber hinaus besonders betroffen, da die BSH in diesem Gebiet über 16 Hektar eigene Moorflächen verfügt, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen sind (südlich und 2ha nördlich der B 214 zwischen Diepholz und Kroge). 

Wer hier Vögel vergifte, zumal besonders schutzwürdige, der vergreife sich am dringend benötigten Naturinventar – so der BSH-Vorstand – und müsse unerbittlich verfolgt werden. Denn es sei davon auszugehen, dass zugleich auch eine unbekannte Zahl anderer, nicht aufgefundener Tiere vergiftet worden sei.

Im Jahre 2006 sei im nördlich benachbarten Boller Moor Ähnliches beobachtet worden. Die winterliche Präsenz zahlreicher Kraniche im Winterquartier schließe darüber hinaus einen Kontakt mit solchen Ködern nicht aus.  Auch nahe von Aschendorf (nördl. Emsland) wurde vor Jahren die Vergiftung mit ausgelegten Eiern festgestellt.

Wer heute immer noch meine, dass Greifvögel zu bekämpfen seien, dem fehle jedes Grundwissen zum Verständnis von Lebensgemeinschaften, stellt die BSH fest. Das gilt auch für Leute, die Tiere aussetzen und diese Aktionen zu deren scheinbarem Schutz planen und durchführen. Es sei menschenunwürdig und ein gravierender Verstoß gegen das Gebot der Mitkreatürlichkeit, wenn Wirbeltiere auf übelste Weise vergiftet würden. Besonders hart treffe es zahlreiche sensible Arten, die in den teilweise wiedervernässten oder bewaldeten Mooren noch Brut- und Nahrungsmöglichkeiten antreffen würden und ein Refugium haben. 

Weitere Informationen finden Sie oder können Sie mitteilen unter:

www.niedersachsen.nabu.de       |         frye@nabu-lohne.de  

 

Die folgenden Aufnahmen bestätigen die obigen Aussagen:

Verendete Rohrweihen wie Bussarde im Boller Moor 2006, (Foto: D. Tornow)

Rotmilan und Mäusebussard (Steinfelder-Diepholzer Moor), vor dem liegend verendeten Bussard befindet sich noch der vergiftete Hühnerkopf (Aufn.: Nabu Lohne)

 

Remmer Akkermann   (info@bsh-natur.de)

BSH 26203 Wardenburg

 

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