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BSH fordert strenge Beachtung des öffentlichen Eigentums

Auch in diesem Jahr werden Verstöße durch Landwirte häufig festgestellt

Wardenburg. Die seit Jahren zu beobachtende Unsitte zahlreicher Landwirte, öffentliche Wegränder und Uferrandstreifen entlang der Gewässer umzupflügen, hat nach Ansicht der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) in letzter Zeit eher noch zugenommen, als daß öffentliche Appelle der Kommunen und Naturschutzverbände beachtet worden wären.
Nachdem immer wieder wertvolle Feldwege meterweise verschmälert worden seien, würden zunehmend Anträge auf Kaufübernahme an Gemeinden gestellt. Das ist, so die BSH, der Höhepunkt eines schleichenden Entzuges öffentlichen Grund und Bodens. Den neuen Tatsachen einer fotgesetzten Eigentumsverletzung stünde manch ein Ratsherr unverständlicherweise sogar noch positiv gegenüber. Der Vorstand der Schutzgemeinschaft drängt stattdessen auf einen Bestandsschutz aller vorhandenen Flächen. Es könne nicht sein, daß andernorts mit großer Mühe Ruhezonen zu Höchstpreisen neu erworben werden müßten, während hier zahlreiche Landwirte in leider krimineller Weise der Öffentlichketi Wander- und Erholungszonen vorenthielten. Das schade auch dem Ruf jener vielen Bauern, die sich korrekt verhielten.

Die BSH hat mehrere hundert Beispiele fotografisch dokumentiert. Der Flächenverlust im Regierungsbezirk Weser-Ems beläuft sich auf viele Quadratkilometer. Aus jüngsten Aufnahmen, z. B. aus Großenkneten, sei unschwer zu erkennen, wie der öffentliche Grund zu Deponiezwecken für altes Gerümpel mißbraucht werde, wie darüber hinaus die Wege mit Pestiziden freigespritzt und teilweise noch zusätzlich mit Gülle überspritzt worden seien. Andere ruinierten die Wege durch Wendemanöver mit schwerem Gerät. Auch Waldränder würden gelegentlich eigenmächtig ebenfalls abgespritzt – das führe dann zu einem gelben Todesstreifen.
An die Adresse der zuständigen Kreislandvolkverbände richtet die Schutzgemeinschaft den Appell, diesem unerlaubten Treiben endlich Einhalt zu gebieten und sich hier mit demselben Nachdruck einzusetzen wie im Falle sonstiger die Naturschutz-Interessen beeinträchtigender Aktionen. Jeder Grundstückseigentümer wisse in der Regel sehr genau, wo sein Grundstück endet und die öffentlichen Flächen beginnen. Jeder weiß heute auch, daß zur Böschung eines Grabens II. Ordnung ein Abstand von mindestens 1 Meter einzuhalten sei. Gemeinden sollten auf Kosten solcher Täter die Rückvermessung durchführen, die Streifen wiederherstellen und das Gebiet regelmäßig kontrollieren.

Hinweis: Mitarbeiter der BSH können in Wardenburg oder Huntlosen drastische Fälle demonstrieren, vermessen oder Hinweise zur ehemaligen Vegetation der Saumbiotope geben.

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