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Wardenburg, 21.05.2002

 

Stroh – heute nur noch ein unbrauchbares Abfallprodukt?
Biologische Schutzgemeinschaft hinterfragt Lagerung von Strohballen in der freien Landschaft

Wardenburg. Hunderte von Strohballen sind an Feld- und Wegrändern in der Region dauerhaft gelagert und verrotten im Laufe der Zeit. Wie überdimensionale Walzen sind sie dicht an dicht aneinander gereiht und stören damit nicht nur das Landschaftsbild. Ein krasses Beispiel ist in Schneiderkrug an der B 69 zu sehen. Betroffen sind dort hundertjährige Rotbuchen, unter denen Strohballen liegengelassen worden sind. Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) befürchtet, dass das Gewicht der Ballen die Lüftung des Bodens behindert und damit die Baumwurzeln unwiderruflich schädigt. Außerdem entstehen beim Verrotten des Strohs Sickersäfte, die Wurzeln und Grundwasser gleichermaßen belasten. Die Bitte an den Eigentümer der Fläche, die Strohballen zum Schutz der Buchen zu entfernen, blieb unerfüllt, und auch Nachfragen bei Landkreis und Gemeinde zeigten keinerlei Wirkung. „Ein Schaden für die Bäume durch die Strohballen kann nicht eindeutig nachgewiesen werden“, so die Zuständigen. Dieser Fall ist kein Einzelfall. „Können die Bauern das Stroh nicht mehr gebrauchen, weil ihr Vieh heute nur noch auf Spaltenböden steht? Und ist die Langzeitlagerung des Strohs in der freien Landschaft ein Fall der unerlaubten Abfallbeseitigung?“, fragt Claudia Wolff von der BSH. Sie fordert die Landwirtschaftkammern auf, diese Problematik zu untersuchen, andere Wege für die Verwertung des Strohs zu finden und auf die Einhaltung der ordnungsgemäßen Abfallbeseitigung zu drängen.

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