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Vrees, den 07.05.2003
Lernstandort Vrees (Hümmling/Emsland) eingeweiht

Vrees. Anläßlich der Einweihung des Lernstandortes Vrees wurde durch den Vorsitzenden der BSH, Remmer Akkermann, eine kurze Ansprache gehalten. Nachfolgend ein Auszug daraus:

Ich freue mich, im Rahmen dieser Festveranstaltung als Vertreter der Naturschutzverbände zu Ihnen zu sprechen. Naturschutz und Umweltbildung haben in der Region Weser-Ems eine über hundertjährige Tradition. Bereits 1906 wurde im damaligen Preußen, zu der auch das Emsland gehörte, eine Staatliche Stelle für die Naturdenkmalpflege eingerichtet. Sie verfolgte nicht nur das Ziel, "einzigartige Schöpfungen der Natur" zu schützen, wie es damals hieß, sondern auch in der Bevölkerung um Unterstützung dafür zu werben. Hier liegen also auch bereits die ersten Wurzeln der Umweltbildung. Wenn wir einen Blick auf die aktuelle Situation werfen, so muss man feststellen, dass heute Umweltbildung notwendiger ist denn je.
Sowohl in meiner Eigenschaft als Vertreter eines Naturschutzverbandes als auch als Hochschullehrer muss ich mit Bedenken feststellen, wie weit sich etwa Schüler und Studenten von der belebten Natur entfernt haben. Ein Oberstufenschüler wird Ihnen in der Regel mehr Automarken als Vogelarten aufzählen können. Und ich darf hier hinzufügen, was man nicht kennt, das wird man auch nicht mit der notwendigen Ehrfurcht behandeln, geschweige denn schützen. Dass wir uns immer weiter von der belebten Umwelt entfernen, betrifft längst nicht mehr nur den Bereich des Arten- und Naturschutzes. Während meiner Gymnasiallehrerzeit war es meist schnell festzustellen, wo die Kinder von Naturschutz-Interessierten, Landwirten und Jäger saßen, sie kannten sich in der Natur besser aus und wussten zwischen den verschiedenen Arten besser zu unterscheiden. In zurückliegender Zeit haben Lehrer von Grundschulklassen Malvorlagen verteilt, die die Umrisse von Kühen zeigten. Nach Beendigung der Malstunde stand fest, für die Hälfte aller Schüler sind Kühe offenbar lila gefärbt. Ich denke, nichts macht deutlicher, wie wichtig heutzutage Umweltbildung ist.
Aus diesem Grunde haben die BSH und der NABU die Errichtung eines Umweltlernstandortes in Vrees auch von Anfang an befürwortet und gefördert. Dankbar bin ich vor allem meinem Kollegen Dr. Heinz Düttmann, der hier aus dem Nachbarort stammt und in Vechta im Institut für Naturschutz und Umweltbildung arbeitet. Er hat mit seinen Studenten nicht nur das Konzept für diesen Lernstandort erarbeitet, sondern auch für die Naturschutzverbände immer wieder Förderanträge vorbereitet. So war es uns von Seiten der BSH möglich, den Innenausbau des Lernstandortes in Vrees mit rd. 50.000,- Euro zu unterstützen. Das ist zwar im Vergleich zu den Mitteln, die das Land Niedersachsen und die DBU zur Verfügung gestellt haben wenig, aber für einen privaten Naturschutzverband ist das eine Menge Geld. Wir glauben allerdings, dass dieses Geld hier in Vrees gut angelegt ist, denn wir stehen voll und ganz hinter dem interdisziplinären Konzept des Lernstandortes.
Der nachhaltige Umgang mit unserer Umwelt wird nur möglich sein, wenn unterschiedliche Interessengruppen wie Land- und Forstwirte, Wasserbauer und Vertreter von Natur- und Umweltgruppen an einen Tisch gebracht werden und gemeinsam nach handlungsorientierten, tragfähigen Lösungen suchen. In diesem Sinne wünsche ich nicht nur dem Lernstandort, sondern uns allen im Wirken für unsere Umwelt einen nachhaltigen Erfolg.


Ansprechpartner: Remmer Akkermann, Tel (0 44 07) 51 11

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