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Wardenburg, den 11.03.2003
Büffelhaltung hat sich nicht bewährt
BSH zeigt Schwierigkeiten bei der Haltung und in der Landschaft auf


Wardenburg. Die Haltung von Wasserbüffeln als Möglichkeit zur alternativen Beweidung extensiver Flächen wird von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) als wenig geeignet angesehen. Die Erfahrungen der letzten Zeit haben diesen Eindruck verstärkt. Der Vorsitzende der BSH, Prof. Dr. Remmer Akkermann, erklärte, dass wesentliche Gesichtspunkte gegen den Einsatz von Büffeln als Instrument der Landschaftspflege sprechen. Das werde auch dadurch nicht anders, dass von Seiten der Büffelhalter regelmäßig die Vorteile herausgekehrt würden. Es sei sicherlich unbestritten, dass es sich um zumeist freundliche behäbige Tiere handele, die schön anzusehen seien. Dass es aber "robuste Allrounder" seien, trifft schon weniger zu.

Gegen die Haltung von Wasserbüffeln spricht die Größe und das Gewicht der Tiere. Die gewaltigen Hörner können wehrhaft eingesetzt werden, sind die Tiere erst einmal aus der Weide ausgebrochen. Was dann passiert, kann in der Regel nicht vorhergesagt werden. Büffel gedeihen am besten bei einer möglichst allgegenwärtigen Betreuung durch Hirten wie das zum Beispiel in Italien, Bulgarien und Rumänien zu sehen ist. Sie reagieren feinfühlig auf menschlichen Zuspruch. Bleibt der wegen Personalknappheit aus, kann es sein, dass die Tiere sich ihren Weg in freier Natur oder durch Siedlungsgärten suchen. Das war schon wiederholt der Fall.
Im Gegensatz zu den riesigen Überschwemmungssavannen von Brasilien, Venezuela und Kolumbien ist der Raum hierzulande für die Büffel äußerst eng bemessen und arm an typischer Nahrung. Auch die klimatischen Unbilden sind zu berücksichtigen. In der Zeit zwischen Mitte Oktober bis Mitte April benötigen Büffel Schutz durch trockene Ofenställe mit dickem Strohbett. Dies erfordert Investitionen und freie Stallungen. Auch das Futter kann nicht beliebig oder uniform sein, sondern ist an die spezifischen Bedürfnisse des wiederkäuenden Büffels anzupassen, wie sie in den Tropen und Subtropen bis hin nach Südeuropa bestehen. Das begrenzt die Haltung in der norddeutschen Landschaft. Binsenreiche Flächen der Geest sind ebenso wenig arttypisch wie entwässerte Moor- oder Marschweiden.
Im Vergleich mit den schottischen Hochlandrindern und Galloway-Rindern handelt es sich bei Büffeln um ein auf Grenzflächen weniger einsetzbares Großrind. Es sollte möglichst nur dort gefördert werden, wo es natürlicherweise seit Jahrhunderten vorkommt - das sind in Europa Italien und die Balkanländer. In Ungarn werden dagegen nur noch wenige hundert Tiere in Nationalparks gehalten.

Auch die Produktion von Mozzarella aus Büffelmilch ist sehr schwierig und wird in Deutschland nur von einigen wenigen Produzenten, zumeist im Süden, beherrscht. Was meist auf dem deutschen Markt als "Mozzarella" angeboten wird, ist ein nach dem Mozzarella-Verfahren hergestellter Frischkäse auf der Basis von Kuhmilch, auf Italienisch "fior di latte". Die EU Richtlinien für Büffel-Mozzarella sind sehr streng.

 
ak
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