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Wardenburg, den 08.08.2003
Tiere nicht füttern
BSH warnt vor falscher Tierliebe


Wardenburg. Insbesondere während der Urlaubszeit nimmt die Vorliebe von Menschen zu, für die in der Nachbarschaft lebenden Tiere etwas Gutes zu tun. Das geht aber oft in die falsche Richtung, wie die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) mitteilt. Es sei oft unvermeidlich, wenn sich Scharen von Möwen auf offenen Mülldeponien einfinden oder von Fischereiabfällen der Kutter angezogen werden. Es muss aber nicht sein, dass wildlebende Tiere während des Sommers am Wasser oder im Wald mit Futter aller Art durch tierliebende Mitbürger versorgt werden.

So zu verfahren, mache zwar Spaß, da sich Eichhörnchen und Enten besser beobachten lassen, doch würden die Tiere damit ihr normales Verhalten im Freiland ablegen. Nun suchen sie nicht mehr über die Fläche verteilt nach Nahrung, sondern halten sich unnatürlich gehäuft an bestimmten Stellen auf, um nach Futterspenden Ausschau zu halten. Das kann außerdem zu Nährstoffanreicherungen und Schlammbildungen durch Kot führen, zur Verbreitung von Salmonellen und anderen Krankheitskeimen von Tieren und Menschen, zur Ausbreitung kränkelnder und infizierter Tiere, zu Erosionsschäden an Gewässerufern und zu Störungen für Erholungssuchende. Denn Uhrzeiten kennen zum Beispiel Möwen nicht, wenn sie zur nächtlichen Stunde um das Hotel fliegen, und mit ihren Rufen andere Artgenossen anziehen, da der Tisch unnatürlich gut gedeckt ist.

In besucherreichen Gebieten wie am Dümmer und an den Küsten zeigt sich immer wieder, dass sich auch die wildlebenden Tiere von selbst dem Menschen nähern, sofern dieser auf den Wegen bleibt. Interessante Beobachtungen des Sozialverhaltens von Bläßhühnern, Graugänsen, Reihern, Kiebitzen und anderen Arten vom Wasser, aus Wiese, Feld, Park und Wald sind der Lohn. Auch mit der Kamera lässt sich das lebendige Treiben gut festhalten. Nach Meinung der BSH muss aber stets die Devise lauten: Beobachten ist in - Füttern ist out! Weiteres siehe www.bsh-natur.de.

 
Kontaktadresse: BSH-Vorstand 04407-5111, Gartenweg 5, 26203 Wardenburg
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