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Wardenburg, den 15.12.2004

BSH . Tel. (04407) 5111 / 8088 . Fax (04407) 6760 . Gartenweg 5 . 26203 Wardenburg

 

Einfluss von Tierhaltungsanlagen auf die Gesundheit

Wardenburg. Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V. (BSH) hat am 03. Dezember zu der Vortragsveranstaltung und Podiumsdiskussion eingeladen. Einführend in die Thematik „Einfluss von Tierhaltungsanlagen auf die Gesundheit" verwies der Sprecher des Arbeitskreises Landwirtschaft Hans Sperveslage auf die vielfältigen Aktivitäten der BSH.

Beginnend mit der Tagung „Allergie und Umwelt" 1992, über die Auswirkungen der Veredlung auf die Umwelt und die regelmäßigen Stellungnahmen zu Planfeststellungsverfahren von Tierhaltungsanla-gen.

Die MORBUS-Studie aus dem Gebiet einer der höchsten Tierhaltungsdichten Südoldenburgs hatte einen deutlichen Hinweis auf den Zusammenhang von Tierställen und Asthma bronchiale bei Kindern ergeben. Eine Validierung erfolgte nun nach 12 Jahren mit der teilstudie „Atemwegserkrankungen bei Einschulungskindern in einer ländlichen Region" (AABEL-Studie).

Michael Hoopmann vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt stellte diese Studie vor. Beteiligte Landkreise waren Cloppenburg, Emsland, Vechta und Oldenburg. Dabei wurden fast 8000 erfasst, davon kamen die Daten von rund 6000 Kindern zur Auswertung. Bei Kindern von atopischen Eltern ist eine Erhöhung von asthmatischen Symptomen erkennbar, so Hoopmann. Bei nicht vorgeprägten Eltern konnte kein Zusammenhang zwischen Belastung aus Tierhaltungsanlagen und asthmatischen Erkrankungen festgestellt werden. Weitere Studien sollen die Sachverhalte abklären.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Heinz Bley aus Garrel sah die Grenze der Tierdichte für erreicht und forderte mehr Planungs-kompetenzen für den kommunalen Bereich.

Renate Geuter (SPD) aus Friesoythe verwies auf die Berufskrankheit von Schweinemästern mit dem Begriff der „Farmerlunge". Was zu Erkrankungen im Stall führen könnte, könne auch nicht ohne Wirkungen nach außen sein.

Christin Dürr (FDP) aus Ganderkesee sah Probleme bei beim Bauern im ländlichen Raum. Die Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL) solle bei Stallneubauten generell zur Anwendung kommen.

Hans-Jürgen Klein (Bündnis ’90/Die Grünen) aus Cuxhaven plädierte für mehr vorsorgenden Gesundheitsschutz. Er kritisierte die lange Zeit zwischen der MORBUS-Studie und der jetzt vorgelegten Teilstudie.

In der anschließenden Diskussion wurden deutlich die starken Geruchsbelastungen und die seuchenhygienischen Risiken vertieft. Einig war sich die Versammlung darüber, dass das Bundesbau-gesetzbuch geändert werden müsse, damit ein Regulativ für die fortschreitende Verdichtung mit Masttieren geschaffen werde.

Die BSH wird sich intensiv mit der nächsten Studie über die „Erfassung und Modellierung der Bioaerosolbelastung im Umfeld von Geflügelställen" befassen, so abschließend Hans Sperveslage.

Zum Thema Tierhaltung hat die BSH folgende Hefte herausgegeben:

ALLERGIE & UMWELT (ISBN: 3-926720-06-9)

LANDWIRTSCHAFT MIT DEM SCHWERPUNKT „VEREDELUNG" UND AUSWIRKUNGEN AUF DIE UMWELT – BSH-Report Nr. 23 (ISBN: 3-923788-33-9)

 

Ansprechpartner: Hans Sperveslage, Tel.: 04484/725


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