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Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V.

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 Wardenburg, 16.03.2007


Baumkronen entwickeln lassen

BSH wendet sich gegen das unnötige Aufasten

Wardenburg. Es sei kaum zu verstehen, so der Vorsitzende der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH), Prof. Dr. Remmer Akkermann, mit welch einer Intensität einzelne Grundeigen-ümer und Behörden den Kronen alter Laubbäume zu Leibe rückten, für deren Wohlergehen sie sich eigentlich einsetzen müssten. Gerade in den letzten Tagen des Februar wurde traditionell ein besonderer Eifer an den Tag gelegt, um Gehölze massiv zu beschneiden oder völlig abzusägen, denn in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September sei das vor allem im Außenbereich nicht statthaft.

Zunehmend verfährt man nach der irrigen Auffassung, dass das Beseitigen der Äste bis zur doppelten Giebelhöhe baum- und landschaftsgerecht sei. Dem ist nicht so, denn je höher der Verlust an lebenden Ästen und Blättern, um so weniger kann der Baum auf fotosynthetischem Wege Nährstoffe, vor allem Glucose, produzieren. In Zeiten hoher Luftbelastungen sollte das unbedingt vermieden werden. Das Aufasten ist nur bei der Produktion von Wirtschaftshölzern sinnvoll, um größere Astlöcher zu vermeiden.

In Privatgärten und öffentlichen Flächen sollte stattdessen bei genügend Platz darauf geachtet werden, möglichst viel freiwachsendes Laub zu fördern, umso vitaler sind die Bäume. In ästhetischer Hinsicht ist auch ratsam, durchaus mehrere eng beieinander stehende Bäume wie zum Beispiel Birken, straußartig aufwachsen zu lassen und nicht 3 von 4 Bäumen wegzusägen. Wer im Gewerbegebiet das Lichtraumprofil an die Höhe unterdurchfahrender beladener LKW anpassen möchte, sollte sich auf gelegentliches Freischneiden beschränken und nicht 8 Meter hoch ausasten, weil er gerade mal, eine ausgeliehene Motorsäge und Hebebühne zur Hand hat. Denn was Jahrzehnte braucht, um nachzuwachsen, wird hier verantwortungslos in Minuten weggeschnitten. Damit werden auch Eingangspforten für holzzerstörende Pilze und Bakterien geschaffen. Gerade langsam wachsende Bäume wie Eichen können derartige vandalistische Eingriffe kaum kompensieren. Hinzu kommt, dass vorher mit Nachbarn Einvernehmen erzielt werden muss, bevor es irreparabel zur Sache geht. Denn da gibt es oft völlig unterschiedliche Auffassungen, was –nicht - zu passieren hat.

Andererseits kennen viele Menschen gar nicht mehr das typische Aussehen einer voll belaubten Krone von Laub- und Nadelbäumen. Hier sollten Grundeigentümer und Behörden vermehrt frei stehende Einzelbäume anpflanzen und sie dann lebenslang auch mit den zum Boden reichenden untersten Ästen wachsen lassen.

Das können Kiefern genauso sein wie Buchen und Linden. Je älter und höher ein freistehender Baum geworden ist, umso markanter ragt er mit seiner arttypischen Silhouette weit ins Land und umso schöner sieht das Laubwerk aus. Solche Bäume sind in Parks und Botanischen Gärten zu sehen. Sie stehen ebenfalls auf Flächen der BSH: am Schafstall Letheheide in Bissel (Kiefern, Wacholder) oder auf dem Alten Schießstand in Wardenburg-Tungeln (Kastanien, Linden, Birken). Mit der infolge Klimaänderung zunehmenden Sommerdürre sollte vermehrt auf die Unversehrtheit von Bäumen geachtet werden, damit sie auch in niederschlagsarmen heißen Sommern durchhalten.

Verantwortlich: Brigitte Thölking

 

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