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Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems e.V.

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 Wardenburg, den 15.12.2009 

 

Winterfütterung ja, aber mit Futter aus heimischen Saaten Verstärkte Gefahr durch Ambrosien
 

Wardenburg Die Fütterung von körnerfressenden Singvögeln ist in der kalten Jahreszeit üblich und auch in schnee- und frostfreien Zeiten zwischen November und März sinnvoll. Denn das ursprüngliche Nahrungsangebot an samentragenden Wildkräutern an Weges- und Feldrändern, aber auch in vielen Parks und Hausgärten, ist nur noch sehr gering oder völlig verschwunden. Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) empfiehlt allerdings, genauer auf die Auswahl des richtigen Futters zu achten, ergänzt um Haferflocken und anderes Gettreide, sowie kleingehackte Rosinen und anderes Trockenobst.. Grundsätzlich sind die Samen heimischer Pflanzenarten gegenüber außereuropäischen vorzuziehen, auch ist homogenes Futter besser als Winterfutter aus unübersichtlich gemischten Samen.

Denn in den letzten Jahren ist verstärkt das Problem der Beimischung oder Verunreinigung mit den Saaten nicht heimischer Pflanzen aufgetreten. Die so hervorgerufene Verbreitung dieser Arten hat bei uns zu einer folgenreichen Florenverfälschung geführt, aber auch zu Behinderungen im Feldbau und sogar zu ernsten gesundheitlichen Schäden.

Der aktuell wichtigste Vertreter ist das Aufrechte Traubenkraut oder die Beifuß-Ambrosia (Ambrosia artemisifolia) in den Medien auch einfach Ambrosie genannt (siehe Foto). Das ursprünglich aus Amerika stammende Kraut hat sich als Neuankömmling (Neophyt) in den letzten Jahren von Süden kommend verstärkt bei uns ausgebreitet. Problematisch ist neben der Verdrängung heimischer Arten das hohe allergene Potential solcher Pflanzen. Nur eine einzige davon kann bis zu einer Milliarden Pollen bilden. Und die haben es in sich. Die Pollen können Heuschnupfen- und sogar Asthma-Anfälle hervorrufen, oft sogar bei bislang von Allergien nicht betroffnen Menschen. Da die Pflanze erst spät blüht, verlängert sie zudem die Heuschnupfenzeit bis in den Herbst hinein. Schon länger sind tropische Hirse-Arten bekannt, die in manchem Sittichfutter sein dürften und landwirtschaftlich wegen starker Bultenbildung gefürchtet werden, weil sie beim Pflügen nur schwer zu durchschneiden sind.


Kann im Mischfutter unbekannter Mischung und Herkunft enthalten sein: Die kleinsten Samen der Ambrosie (Ambrosia artemisifolia)
Foto: C. Wonneberger

Mit der Fütterungssaison für Singvögel im Winter können Neusaaten der Ambrosien, Hirsen und anderer unerwünschter Pflanzen zur Ausbreitung gelangen, ob am Wegesrand oder in Gärten. Um dies zu verhindern, wird inzwischen der Kauf von speziell gekennzeichnetem Ambrosia-freiem Vogelfutter empfohlen. Doch auch das schließt nicht die passive Beimischung unerwünschter Pflanzen gänzlich aus. Da das Vogelfutter, vor allem die Sonnenblumenkerne, häufig aus verschiedenen osteuropäischen Ländern kommt, in denen Ambrosia schon als "Feldunkraut" auftritt, ist nicht auszuschließen, dass bei der Ernte auch diese Samen in das Futter gelangen, um sich dann vom Futterplatz ausgehend in der Umgebung zu verbreiten.

Eine Pflanze produziert bis zu 60.000 winzige Samen, so dass Sonnenblumenkerne zwangsläufig mit bis zu hundert Ambrosia-Samen pro Kilogramm verunreinigt sein können, wenn sie nicht gereinigt werden (Quelle: www.LfL.Bayern.de). Diese Problematik wurde von einigen Herstellern von Vogelfutter erkannt, so dass sie jetzt die schädlichen Samen herausfiltern und als Ambrosia-freies bzw. "Ambrosia controlled" bezeichnetes Futter anbieten. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man die Sonnenblumenkerne auch selbst aussieben, z.B. mit einem Sieb mit 4 mm großen Löchern, und sollte die Samen in der Restmülltonne entsorgen. Am besten wäre es natürlich, wenn man die Pflanzen selbst im Garten zur Samenreife bringt. Dies lässt sich natürlich nicht auf Mischfutter übertragen.

Dennoch kann jeder auch vorsichtig zu Werke gehen, indem nur noch die Samen aus heimischem Anbau ausgestreut werden, und sei es, dass sie erst draußen aus Einzelkomponenten zusammengestreut werden. Das könnten zum Beispiel sein: Sonnenblumenkerne, Dinkelkörner oder Körner aus anderem heimischen Getreide, Haferflocken, gehackte Nüsse und Trockenfrüchte, ergänzt um die in Rindertalg oder Kokosfett eingegossenen Knödel, die auch leicht selbst hergestellt werden können.

   

"Weitere interessante Pressemitteilungen finden Sie bei www.naturschutzverband.de (Presse) und www.nafor.de (News)."

 

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