Resolution der BSH auf der Jahreshauptversammlung am 05. Juni 2003

 

 

Auf ihrer Jahreshauptversammlung hat sich die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) mit der naturschutzfachlichen Bedeutung von Sandwegen beschäftigt. [...] mehr...

 

BSH fordert Dümmersanierung mehr...

 

 

 

Auf ihrer Jahreshauptversammlung 2003 in Wildeshausen hat sich die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) mit der naturschutzfachlichen Bedeutung von natürlich gewachsenen Wegen beschäftigt. Sand- und auch Forstwege werden, so die BSH, zunehmend mit Fremdmaterial verändert, d.h. geschottert oder asphaltiert. Beim Ausbau dieser Wege bleibt leider außer Acht, dass sie eine große Bedeutung für die Tier- und Pflanzenwelt haben. Besonders die auf nährstoffarme Roh­böden angewiesenen Insekten, wie Sandlaufkäfer, Sand­schrecke und Boden brütende Sandbienen, wie z.B. auf dem Dümmerdeich, nutzen diese Wege als Lebensraum. Sandwege und ihre Seitenstreifen bilden überdies ein Gliederungs- und Verbindungselement, das zur Vernetzung von Tierpopulationen und zur Eigenart und Schönheit der Landschaft beiträgt.

 

  1. Die BSH unterstützt in diesem Zusammenhang den Niedersächsischen Heimatbund, der in seiner Roten Mappe 2003 dazu schreibt:
    "In der Feldmark werden immer mehr Sandwege und ihre Seitenstreifen im Zuge von Flurbereinigungsverfahren zu hässlichen Beton- und Asphaltpisten ausgebaut. Hierfür ste­hen offensichtlich beträchtliche öffentliche Mittel, v. a. aus dem Proland-Programm der Europäischen Union zur Verfü­gung. Beim Ausbau bleibt leider außer Acht, dass solche unbefestigten und deshalb meist nur wenig frequentierten Wege eine große Bedeutung für viele charakteristische Tiere und Pflanzen haben. Besonders die auf nährstoffarme Roh­böden angewiesenen Insekten, wie Sandlaufkäfer, Sand­schrecke und bodenbrütende Sandbienen nutzen diese Wege als Lebensraum. Sandwege und ihre Seitenstreifen bilden überdies ein Gliederungs- und Verbindungselement, das zur Vernetzung von Tierpopulationen und zur Eigenart und Schönheit der Landschaft beiträgt."
  2. Die BSH verweist auf Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen.
    In dem Aufsatz "Naturausstattung der nordrheinwestfälischen Normallandschaft" stellt Heinrich König die Ergebnisse einer ökologischen Flächenstichprobe vor, d.h. Zahlen und Trends zu Biotoptypen, Strukturen, Flora und Avifauna. Unbefestigte Sandwege zählen nach dieser Untersuchung zu den Mangelstrukturen und es wird die Empfehlung ausgesprochen, dass eine Schwerpunktsetzung zur Erhaltung, Optimierung und Neuanlage solcher Mangelbiotoptypen vorgenommen werden sollte.
  3. Die BSH verweist weiter auf eine Veröffentlichung des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie (Rote Liste 2002), in der die hohe Bedeutung von Sandwegen als Niststandorte für Grabwespen und Hummeln herausgestellt wird.
  4. Ein aktuelles Beispiel einer drohenden Vernichtung von geschützten Sandbienen ist der Dümmerdeich. Der BSH war mit Schreiben vom 12.06.1998 von der zuständigen Bezirksregierung zugesichert worden, dass eine Befestigung der Deichkrone rund um den See nicht in Betracht komme. Über die Hälfte des Dümmerdeiches sind bereits mit Schotter bzw. Ziegelpflasterung befestigt. Die Gemeinde Damme und die Samtgemeinde Altes Amt Lemförde wollen jetzt, trotz dieser Zusage der Bezirksregierung Hannover, auch noch den West- und den Süddeich schottern lassen. Damit würden die Vorkommen von Wildbienenarten und weitere Artengruppen, wie Grabwespen, in Ermangelung von Rückzugsräumen am Dümmer vollständig ausgelöscht. Die Schotterung des Norddeiches im Jahr 1998 hat auf dieser Deichstrecke zum vollständigen Verschwinden der Wildbienenarten geführt.
    Für die BSH ist das Ansinnen der Gemeinden auch noch aus vielen anderen Gründen nicht nachvollziehbar:
    1. Die Befestigung des West- und Süddeiches würde zu einer Verschärfung der Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern auf dem Dümmerdeich führen.
    2. Bislang können im Süden und Westen des Dümmers Naturerleben und Naturschutz in Übereinstimmung gebracht werden.
    3. Leitbild für den Tourismus sollte eine Angebotsvielfalt sein, d.h. Angebote für möglichst viele verschiedene Zielgruppen. Mit dem Eindruck eines "verträumten" ganz anderen Landschaftsbildes im Süden und Westen des Dümmers möchte sich ein Teil der Besucher sein Naturerlebnis "erarbeiten".

    Die BSH fordert ein Gesamtkonzept für die Diepholzer Moorniederung und den Dümmer, das das vorhandene Potenzial nutzt und nicht zerstört. Die BSH verweist in diesem Zusammenhang auf die Umweltdachmarke "Viabono" für den Deutschlandtourismus.
    Viabono - ist eine neue Tourismus-Marke für Regionen, die natürlichen Genuss in Deutschland anbieten. Das Bedürfnis nach Erholung und Erlebnis in einer natürlichen Umgebung nimmt weiter und stetig zu. Viabono bringt seinem Lizenznehmer spürbare Wettbewerbsvorteile, hilft Ihnen dabei ihre Angebote noch erfolgreicher am Markt zu platzieren. » www.viabono.de

 

 

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BSH fordert Dümmersanierung

 

Die Algen, die zurzeit im Dümmer wachsen, sehen unter dem Mikroskop wie Mikado-Stäbchen aus. Für die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) ist dies Anlass genug, die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen, wenn es um die Sanierung des Dümmers geht. Auf der BSH-Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag in Wildeshausen hat die BSH eine Resolution verabschiedet, die die Sanierung des Dümmers vorantreiben soll. Seit dem Sommer 2000 überrascht der Dümmer durch einen ständigen Wechsel seiner Wasserqualität die Experten. Im Juni macht das Wasser in der Regel einen verhältnismäßig klaren Eindruck. Verantwortlich für diese Klarwasser-Phasen seien, so die BSH, die so genannten Wasserflöhe, mikroskopisch kleine Krebse, die die kleinen Algen aus dem Wasser herausfiltern. Die Leistungsfähigkeit dieser „biologischen Klärwerke“ stößt jedoch an Grenzen, wenn ab Juli die großen Algen aus der Familie der Blaualgen im Wasser auftauchen. In den vergangenen Jahren waren dies zum Beispiel die gewöhnliche Ringelalge oder die Spanalge und in diesem Jahr sind es Blaualgen, die unter dem Mikroskop wie Mikado-Stäbchen aussehen.

Das starke Wachstum der Blaualgen macht deutlich, dass im Dümmer immer noch zu viele frei verfügbare Nährstoffe sind. Dies würde sich schlagartig ändern, so die BSH weiter, wenn Unterwasserpflanzen, wie z.B. Laichkräuter und Armleuchteralgen, wie vor 50 Jahren in ausreichendem Umfang im See wachsen würden. Weil das Wachstum dieser Unterwasserpflanzen immer noch auf sich warten lässt, unterstützt die BSH die Umleitung des Bornbaches dem Grundsatz nach, obwohl eine konsequente Ursachenbekämpfung die Lösung wäre, die weitaus besser in das 21. Jahrhundert passen würde. Die BSH hatte sich ursprünglich für eine kleinere Lösung bei der Bornbachumleitung ohne Vertiefung des Randkanals stark gemacht. Die BSH regt an, dass als ergänzende Vorsorgemaßnahme die Planungen für einen Großschilfpolder am Dümmer wieder aufgenommen werden müssten. Grundlage der Dümmersanierung sei ein Gutachten aus den 80iger Jahren, das eindeutig beschreibe, dass eine Bornbachumleitung alleine die langfristige Sanierung des Dümmers nicht garantieren könne.

Mit Nachdruck fordert die BSH deshalb die ihrer Meinung nach offenen Fragen des Hochwasserschutzes im Zusammenhang mit der von den Naturschützern kritisierten Vertiefung des Randkanals und die Fragen der Wasserqualität in den Dümmer-Ableitern durch ergänzende Untersuchungen und Maßnahmen, wie zum Beispiel Gewässerentwicklungspläne, offensiv und wissenschaftlich fundiert anzugehen. Die BSH empfiehlt dafür eine Dümmer-Konferenz einzuberufen, um auf der Grundlage einer umfassenden Bestandsaufnahme und vor dem Hintergrund der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie den Fahrplan für die Sanierung des Dümmers auf den neuesten Stand zu bringen und über eine Renaturierung der Oberen Hunte zu beraten.

 


 

 

BIOLOGISCHE SCHUTZGEMEINSCHAFT

HUNTE WESER - EMS e. V. - B S H

Resolution

BSH . Tel. (04407) 5111 / 8088 . Fax (04407) 6760 . Gartenweg 5 . 26203 Wardenburg

www.bsh-natur.de

 

 

 

 

Landschaftspflege mit Wasserbüffeln

in Heimatländern unterstützen

Versuche in Bulgarien werden bevorzugt

 

Die Haltung von Wasserbüffeln in Deutschland ließe sich im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere bei der Herstellung von Mozarella aus Büffelmilch, vertreten. Süddeutsche Höfe verfügen auch über entsprechende Erfahrungen. Was den Einsatz dieser Tiere im Bereich der hiesigen Landschaftspflege anbetrifft, gibt es noch manche Unsicherheit. Um hier Klarheit zu bekommen, bieten sich Betriebe in den europäischen Herkunftsländern Bulgarien und Italien an. Erst wenn hier entsprechende Ergebnisse vorliegen, sollte überlegt werden, ob mit ihnen auch in Nordwestdeutschland gearbeitet werden kann.

Die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) plädiert dafür, insbesondere auf Flächen mit labilem Untergrund zuerst heimische Haustiere und Rückzüchtungen oder winterharte Tiere aus ähnlichen Klimaten einzusetzen und auf ihre Eignung zu testen (soweit das noch nicht geschehen ist). Dazu gehören die alten friesischen Rinderrassen einschließlich des niederländischen Lakenrindes, moderne Auerochsen (Heck-Rinder), moderne Tarpane (Rückzüchtung), in eingezäunten Gebieten wie dem Eleonorenwald vielleicht auch Wisente (Wildrinder), Schafe wie Moorschnucke und Bentheimer sowie die schottischen Hochlandrinder Highlands und Galloways. Bei diesen haben Beweidungsversuche der BSH im Moorbachtal Vechta ergeben, dass davon - ohne Vermarktung und Zuschüsse - kein Landwirt leben kann.

Sollten Wasserbüffel vornehmlich für die Landschaftspflege eingesetzt werden, wären wegen winterlicher Stallhaltung, spezifischer Ansprüche an Witterung, Wasser und Gelände vergleichende Kosten-Berechnungen erforderlich, die sich auf mehrjährige Untersuchungen stützen müßten. Die BSH plädiert dafür, diese Versuche nicht in Niedersachsen, speziell in Ostfriesland, durchzuführen, sondern in Bulgarien. Dort gibt es ein großes Förderinteresse und geeignete großräumige Landschaften und Farmen sowie lange -auch historische- Erfahrungen.

BSH-Vorstand / 5.07.2003

 

 

Highlands und Galloways. Bei diesen haben Beweidungsversuche der BSH im Moorbachtal Vechta ergeben, dass davon – ohne Ve

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