BIOLOGISCHE SCHUTZGEMEINSCHAFT

HUNTE WESER - EMS e. V. - B S H

Resolution

BSH . Tel. (04407) 5111 / 8088 . Fax (04407) 6760 . Gartenweg 5 . 26203 Wardenburg

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Resolution der Mitgliederversammlung der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) am 3. Juli 2004 zum Artikelgesetz zum Hochwasserschutz vom 1. Juli 2004

 

Auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung hat sich die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) mit dem neuen Artikelgesetz zum Hochwasserschutz beschäftigt. Am 1. Juli hatte der Bundestag die Gesetzesvorlage deutlich entschärft und das Beackerungsverbot gekippt. Mit dem Gebot einer ganzjährigen Bodendeckung will die Bundesregierung an ihren fachlichen Zielen festhalten und verhindern, dass Nährstoffe im Winter von offen liegenden Ackerböden durch Auswaschung und Erosion in die Flüsse gelangen. Die Bundesländer sollen verpflichtet werden, innerhalb von fünf Jahren in den Raumordnungs- und Bauleitplänen Überschwemmungsgebiete zu kennzeichnen. Als ein solches Gebiet gelten alle flussnahen Flächen, die beim größten Hochwasser der vergangenen 100 Jahre überflutet waren.

Der Schutz der Bürger vor Hochwasser hat für die BSH absoluten Vorrang. Beim vorbeugenden Hochwasserschutz gibt es aber, so die BSH, deutliche Unterschiede.

Mit dem Gewässerentwicklungsplan Hunte, finanziert über die gemeinsame Landesplanung Bremen/Niedersachsen, haben zum Beispiel die Landkreise Vechta, Oldenburg und Diepholz bereits vor fünf Jahren den Anstoß für einen verbesserten Hochwasserschutz und die Renaturierung der Hunte und ihrer Seitenräume gegeben. Für die BSH ist dies ein deutlicher Beleg für weitsichtiges und verantwortungsvolles Handeln von Verwaltung und Politik. Wenn solche Pläne rechtzeitig vorliegen und umgesetzt werden, dann lassen sich Nutzungskonflikte in der Regel schon im Vorfeld einvernehmlich lösen und die Gefahr überschwemmter Keller und ganzer Siedlungen wird deutlich geringer.

Neue Hochwasserschutzgesetze oder neue Richtlinien aus Brüssel, die zum Schutz der Menschen vor Hochwasserkatastrophen im Grundsatz unumstritten sind, verlieren dann ihre Brisanz.

Eine Kombination von fachlicher Planung und behutsamer Umsetzung, so die BSH, könnte den Schutz der Bürger vor Hochwasser gewährleisten, Konflikte mit der Landwirtschaft vermeiden und die Überdüngung der Fließgewässer und der Nordsee auf Dauer verhindern.

In diesem Zusammenhang empfiehlt die BSH eine offensive Nutzung von EU-Programmen, wie z.B. der Wasserrahmenrichtlinie oder der FFH-Richtlinie, und appelliert an Politik und Verwaltungen die Augen vor der Wirklichkeit nicht zu verschließen. Wer heute die Chancen nicht nutzt, wird morgen mit leeren Händen vor großen Problemen stehen, so die Naturschützer.

 

 

 

Resolution der Mitgliederversammlung der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) am 3. Juli 2004 zum FFH-Nachmeldeverfahren in Nds.

Natura 2000 ist ein Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung europäisch bedeutsamer Lebensräume sowie seltener Tier- und Pflanzenarten. Rechtliche Grundlage dieses europäischen Netzwerkes bilden die Vogelschutz- und die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europäischen Union.

Die vom Land Niedersachsen für das Natura-2000-Netzwerk gemeldeten Gebiete wurden vom Europäischen Gerichtshof als nicht ausreichend beurteilt. Zur Ergänzung der gemeldeten Gebiete hat das Niedersächsische Umweltministerium nun weitere Vorschläge erarbeitet. Das zurzeit laufende Beteiligungsverfahren soll dazu dienen, das Fachwissen örtlicher Behörden, Institutionen, Verbände und kundiger Bürgerinnen und Bürger einzubringen. Die Mitgliederversammlung der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) ruft dazu auf, dieses Angebot der Landesregierung aktiv zu nutzen und auch noch zusätzliche Gebietsvorschläge zu machen.

Besonders wichtig ist der BSH in diesem Zusammenhang der Naturkorridor vom Dümmer bis zum Großen Moor zwischen Barnstorf und Goldenstedt. Im mittlerweile wiedervernässten Diepholzer Moor mit seinem Moor-Erlebnispfad ist es in vorbildlicher Weise gelungen, die einheimische Bevölkerung an die Schönheit und Eigenart des Moores heranzuführen. Über alle Parteigrenzen hinweg haben sich Rat und Verwaltung der Stadt Diepholz einstimmig für die Aufnahme des Diepholzer Moores in die FFH-Gebietskulisse ausgesprochen. Die BSH unterstützt diese Bemühungen ausdrücklich und regt darüber hinaus ein an den naturräumlichen Gegebenheiten orientiertes Biotop-Verbundsystem an. (s. BSH-Merkblatt „Naturkorridor Hunte-Jade, Februar 1984)

FFH-Gebietsvorschlag: Diepholzer Moor

1. Gesamteinschätzung des Gebietes

1.1. Kurzbeschreibung: Z. T. wiedervernässter Hochmoorkomplex westlich von Diepholz mit ausgedehnten Moorheiden und Moorwäldern.

1.2. Bedeutung für Natura 2000: Repräsentiert die unten aufgeführten Lebensraumtypen im Naturraum Diepholzer Moorniederung.

2. Lebensraumtypen

2.1. Prioritäre Lebensraumtypen gemäß Anhang I: 7110 Lebende Hochmoore und 91 DO Moorwälder:

2.2. Übrige Lebensraumtypen gemäß Anhang I

4010 Feuchte Heiden des nordatlantischen Raumes mit Erica tetralix

6510 Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis)

7120 Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore

7140 Obergangs- und Schwingrasenmoore

7150 Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion)

3. Tier- und Pflanzenarten

3.1. Prioritäre Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II

3.2. Übrige Tier- und Pflanzenarten gemäß Anhang II

Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralls), 1978 und 1985, landschaftspflegerischer Begleitplan Flurbereinigung Diepholz Süd

vermutI. derzeit noch bodenständig. Tornow mündl.

3.3. Weitere herausragende Zielarten des Naturschutzes Anhang IV

Schlingnatter (Coronalla austriaca), Funde 2000 und 2001, Tornow

Moorfrosch (Rana arvalis)

Weitere Rote Liste Arten (keine Anhangsarten): Sumpfgrashüfer, Schwarze Moor-Ameise, Spiegelfleck - DickkopffaIter

4. Hinweise zur Abgrenzung

Die Abgrenzung orientiert sich an naturräumlichen Gegebenheiten, nicht an politischen Grenzen: 498 ha (HA 148) u. 291 ha (HA 175).

5. Aktueller Schutzstatus

Das abgegrenzte Gebiet ist als NSG ausgewiesen. HA 148 "Diepholzer Moor" und WE 175 "Steinfelder Moor". In den Jahren 1996 bis 2000 sind im NSG "Diepholzer Moor" umfangreiche Wiedervernässungsmaßnahmen mit EU-Förderung im LEADER II Programm umgesetzt worden.

 

 

Resolution der Mitgliederversammlung der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) am 3. Juli 2004 zum Wandern in Schutzgebieten wie am Dümmer

Auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung hat die Biologische Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH) erneut auf gemeinsame Interessen von Tourismus und Naturschutz bei der Gestaltung von Wanderwegen hingewiesen. Unbefestigte Wege und Randstreifen sind für Wanderer hoch interessant und für Pflanzen und Tiere oft ein letztes Rückzugsgebiet. Aus aktuellem Anlass fordert die BSH mehr Vielfalt bei der Besucherlenkung in den Schutzgebieten rund um den Dümmer See. Die Wanderer, Anfang der neunziger Jahre noch als Repräsentanten der touristischen Steinzeit betrachtet, sind heutzutage zu einer viel beachteten Gästegruppe geworden. Immerhin die Hälfte aller Bundesbürger bekennen sich zur ältesten aller Outdoor-Aktivitäten, an zweiter Stelle folgt mit 25 Prozent das Radeln. Die Stärke der Freizeitaktivität Wandern liegt gerade in der Vielfalt ihrer Gestaltungsmöglichkeiten. Wanderer wollen sich heute in erster Linie in schöner und unberührter Natur erholen und in Ruhe Tiere beobachten, fernab von Asphalt und Verkehrslärm. Große Gruppen und Kilometerfresserei sind out, Wanderer heute sind meist Genusswanderer. Zeitgemäße Wanderungen sind deshalb ökologisch verträglich, sozial verantwortlich erlebnisreich und zielgruppengerecht geplant.

Die BSH bittet die Agrarstrukturverwaltung dieser neuen Entwicklung Rechnung zu tragen und sich Lösungen für eine Entflechtung von Radfahrern und Wanderern durch getrennte Wege auf dem Dümmerdeich nicht zu verschließen (abgesetzter, schmaler Radweg, seeseitig). Bei einer solchen Lösung würden zudem die besonders schutzwürdigen Sandbienen auf dem Dümmerdeich noch eine Überlebenschance haben. In diesem Zusammenhang erinnert die BSH an die so genannte Weiße Mappe 2004 der Niedersächsischen Landesregierung an den Niedersächsischen Heimatbund im Zusammenhang mit der geplanten Befestigung des Dümmerdeiches für Radfahrer. Dort heißt es: „Die Frage der Unterhaltung bzw. Befestigung und der Nutzung des Dümmerdeiches berührt eine Vielzahl unterschiedlicher und vielfach gegensätzlicher Belange. Deshalb ist dabei eine sehr sorgfältige Abwägung erforderlich. Bei der Suche nach Lösungen wird auch die von den örtlichen Naturschutzverbänden entwickelte Alternative mit einer Entflechtung des Fußgänger- und Radfahrverkehrs in die Überlegungen einbezogen."

 

 

Highlands und Galloways. Bei diesen haben Beweidungsversuche der BSH im Moorbachtal Vechta ergeben, dass davon – ohne Ve

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